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Unsere bisher nachhaltigste WordCamp-Reise

Avatar von Tuğçe Nur Tas
Das required-Team bei ihrer Ankunft in Turin vor der WordCamp Location.

Wir halten an unserer Tradition fest: Auch dieses Jahr waren wir an der grössten europäischen WordPress Konferenz dabei. Die Konferenz fand vom 13. bis 15. Juni 2024 in Turin, Italien statt.

Wir behaupten sogar, dass es bisher unsere nachhaltigste Anreise war – aus Locarno in der Schweiz radelten wir mit dem Fahrrad nach Turin zur Konferenz.

Anreise

Unser Remote-Team reist per Zug zum Startpunkt im Tessin, im italienischsprachigen Teil der Schweiz. Jeff kommt aus Nürnberg, Dominik aus Köln, Karin aus Chur, Velthy aus Luzern und Tuğçe Nur aus Zürich. Paschi und Simon bleiben im Homeoffice und halten derweil die Stellung.

In Locarno treffen wir unsere ehemalige Teamkollegin Corina, die im Tessin wohnt. Da wir am nächsten Morgen mit den Fahrrädern losfahren werden, stärken wir uns mit einer ordentlichen Portion Pasta, wie es sich gehört.

Erste Etappe Locarno → Gattinara

Es ist Dienstagmorgen: Nach dem Carb-Loading am Vorabend, einem guten Frühstück und Espresso, starten wir voller Motivation die erste Etappe mit unseren bepackten Bikes und coolen Team-Trikots. Corina und ihr Sohn begleiten uns bis Ascona.

Für unsere Reise zum WordCamp Europe haben wir spezielle Team-Trikots produzieren lassen, welche Jeff entworfen hat. Mit diesen einheitlichen Trikots konnten wir unseren Teamgeist und unsere Begeisterung für das Radfahren perfekt zum Ausdruck bringen.

Die Laptops haben wir an unseren “Packesel” Velthy übergeben, der sie mit dem Zug nach Turin bringt, während wir in die Pedale treten.
Die erste Etappe führt uns 97,2 km bis nach Gattinara.
Das Wetter spielt mit und wir geniessen die Sonne am Lago Maggiore entlang.

Zweite Etappe Gattinara → Turin

Nach dem Frühstück sind wir bereit für die zweite Etappe und können es kaum erwarten, in Turin einzufahren. Mit müden Beinen treten wir los, das Ziel fest im Blick. Am zweiten Tag erwarten uns 103 km.

In der kleinen Provinz Santhià machen wir gegen 11 Uhr einen Zwischenstopp, stärken uns mit Kaffee und halten ein kurzes Team-Meeting ab – sicher einer der ungewöhnlichsten Calls, die wir bisher als Remote-Team hatten.

Zumindest Velthy werden wir in einigen Stunden in Turin wiedersehen. Wir schwingen uns wieder auf unsere Fahrräder und der restliche Tag verläuft ohne Platten.

Zieleinlauf in Torino

Gegen 17 Uhr kommen wir an der Konferenz-Location in Turin an. Und das gerade rechtzeitig: Bereits auf den letzten Metern vor der Stadt haben sich dunkle Wolken aufgetürmt. Gerade als sich hinter uns die Hotel-Türen schliessen, beginnt der Platzregen. Was für ein Glück, genau wie am Vortag!

Wir stossen beim Abendessen mit Velthy auf unsere tolle Reise an, geniessen die italienische Küche und lassen den Abend früh ausklingen. Denn am nächsten Tag beginnt der Contributor Day und wir sind mit dabei!

Was war eigentlich mit dem restlichen Team, während wir Richtung Süden strampelten? Paschi und Simon hatten versprochen, sich solidarisch zumindest mal kurz auf den Hometrainer zu begeben. Die Fotos davon erreichen uns abends im Hotel und wir schmunzeln ein wenig.

Unser Engagement am Contributor Day

Es ist bereits Donnerstag: Unsere Fahrräder dürfen nun ein paar Tage ruhen, während wir uns am Contributor Day engagieren. Das ist für uns immer eine tolle Gelegenheit, unseren Open-Source-Beitrag zu WordPress zu leisten.

Unser Team nimmt an den folgenden Fokus-Teams teil:

Eine Konferenz mit Industrie-Flair

Am Freitag beginnt die eigentliche Konferenz. Die Location in Turin hatte eine ganz besondere Stimmung, da sie im Lingotto stattfand, einer ehemaligen Fiat-Fabrik– eine beeindruckende Mischung aus historischer Bedeutung und moderner Architektur. Die Konferenzräume boten eine einzigartige Atmosphäre und viel Platz für die zahlreichen Teilnehmer und Sessions.

Ein weiteres Highlight war die Besichtigung der berühmten Teststrecke auf dem Dach des Lingotto, die einst von Fiat genutzt wurde und heute ein faszinierendes Stück Automobilgeschichte darstellt.

Sessions, die uns aufhorchen liessen

Auch dieses Jahr konnten wir uns inspirierende und lehrreiche Talks anhören. Besonders beeindruckt haben uns diese Beiträge, von denen wir in unserer täglichen Arbeit profitieren können:

  • Sustainable Open Source Joost de Valk und Juliette Reinders Folmer zeigen, wie Open-Source-Projekte nachhaltig gestaltet werden können. Themen sind die Bedeutung von Finanzierung, das Einbeziehen von Finanzabteilungen und wie die Community zur Nachhaltigkeit von Open Source beitragen können.
  • Interactivity API Lange Zeit haben die neuen React-JS-Komponenten von WordPress und die alte PHP-Code-Basis nicht zusammengefunden, sodass man viele Templates doppelt schreiben musste, einmal in JavaScript und einmal in PHP. Michał Czapliński hat anschaulich dargestellt, wie man seit Version 6.5 React-Funktionen direkt über den PHP-Code ansteuern kann.
  • The European Accessibility Act explained → Rian Rietveld erklärte den Europäischen Barrierefreiheitsakt und seine Auswirkungen auf Websites und digitale Produkte.
  • The Power of WordPress Testing and Automation: Test Types and When to Use Them → Vraja Das zeigte in diesem Talk, welche verschiedenen Testarten es für WordPress gibt und wann sie am besten eingesetzt werden. Weitere Tehmen waren auch eine Einführung in die Automatisierung und wie man die Qualität der WordPress-Projekte verbessern kann.
  • Mastering WordPress Block Themes: 3 Key Principles → In diesem Talk zeigt Jamie Marsland sehr gut vor, wie man mit dem Block Editor kreativ umgehen kann, so dass kaum Code nötig ist.

Wir sehen uns 2025 in Basel!

Das letzte Highlight jedes WordCamp Europe ist die Verkündung des nächsten Austragungsorts. Und 2025 wird dieser ein ganz besonderer sein – zumindest für uns.

Die europäische WordPress Konferenz wird im 2025 zum ersten Mal in der Schweiz stattfinden! Basel im Drei-Länder-Eck Schweiz-Frankreich-Deutschland darf die Konferenz ausrichten. Wir gratulieren allen aus der schweizer Community, für ihre tolle Arbeit!

Und wir schmieden schon mal Pläne, wie wir die Anreise mit einer Velo-Tour verbinden könnten.

Rückreise

Und so schnell endete unser Trip. Am Sonntag durften wir alle zurückreisen, doch die italienische Bahngesellschaft Trenitalia hatte für uns noch eine Überraschung – Bahnstreik!

Daher gab es eine individuelle, aber unterhaltsame Rückreise für alle:

Velthy reiste bereits am Samstagnachmittag mit dem Zug ab, da es für ihn am Montag in die wohlverdienten Ferien ging.

Tuğçe Nurs Züge fielen alle komplett aus, daher entschloss sie sich kurzerhand, am Sonntag 190 km von Turin nach Lugano zu radeln, um dort den Zug direkt nach Zürich zu nehmen.

Jeff hatte mehr Glück mit seiner Rückreise: Seine Zugverbindung war eine der wenigen, die vom Streik nicht betroffen war. Somit konnte er eine bequeme, aber trotzdem sehr lange Zugfahrt nach Nürnberg auf sich nehmen.

Karin und Dominik fanden an der Konferenz tatsächlich eine Mitfahrgelegenheit, die sogar noch Platz für die zwei Fahrräder im Kofferraum hatte!

Im Viamala-Tal wurden sie ausgeladen und machten noch eine kleine Gravel-Tour, bei der sie schliesslich unser ehemaliges Team-Mitglied Ulrich trafen, welcher zufälligerweise dort am Wandern war.

Unser Fahrrad-Abenteuer war eine willkommene Mischung aus Retreat, Team- und Fortbildung. Jeden Tag konnten wir erleben, wie wichtig solche Aktivitäten für uns als Remote-Team sind. Mit solch einem super Team und so viel Glück mit dem Wetter wünscht man sich fast, dass öfter WordCamp Europe ist!

Wie sind wir überhaupt auf diese Idee gekommen?

Die Idee, mit dem Fahrrad zum WordCamp Europe zu fahren, entstand während eines unserer Team-Calls. Jeff, unser begeisterter Tourenradler, erzählte Karin und Dominik, dass er überlege, die Konferenz in Turin per Rad zu erreichen. Ursprünglich war das eine Solo-Idee, aber Karin, selbst leidenschaftliche Radsportlerin, war sofort begeistert. Dominik, der sich ohnehin ein neues Fahrrad kaufen wollte, liess sich ebenfalls schnell anstecken. Tuğçe Nur wollte schon länger mit dem Rennradfahren anfangen, und schon war das neue Velo bestellt. So entwickelte sich aus einer spontanen Idee ein aufregendes Teamprojekt.

„Ich bin froh, dass Jeff die Idee eingebracht hat. Es hat mir den letzten Schub Mut gegeben, um endlich mit dem Radfahren zu beginnen. Jetzt habe ich eine neue Leidenschaft entdeckt! Ausserdem war es mein erstes WordCamp Europe, und ich empfand es als richtig cool, diese Reise mit dem Team anzugehen und all diese Eindrücke zu sammeln. Jetzt nach der Konferenz bin ich nicht nur top-trainiert, sondern auch top-motiviert, mit all den neu gewonnen Eindrücken.“

Tuğçe Nur
Tugce Nur auf dem Fahrrad vor dem Verkehrsschild, dass Turin noch 3km entfernt ist.
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